Im November beschloss ich, dass ich für diesen Winter ganz dringend einen neuen Mantel bräuchte. Und tatsächlich ist er im Januar fertig geworden, juhu! Dass jetzt schon wieder 10 Grad plus draußen sind, konnte ja keiner ahnen. Aber der Berliner Winter schlägt bestimmt bald nochmal zu…

Mir war gleich klar, welche Farbe der Mantel haben sollte: Grün! Ich war extra auf dem Stoffmarkt Holland in Spandau und wollte dort nur diesen einen grünen Wintermantel-Stoff kaufen, aber Pustekuchen! Irgendwie entsprach nichts meinen (ausnahmsweise sehr genauen) Vorstellungen. Daher fuhr ich gleich am nächsten Tag zu meinem nächstgelegenen Stoffladen (Stoff-Ideen in der Wilmersdorfer Straße) um dort mein Leid zu klagen. Und siehe da: dort gab es genau den Stoff, den ich tags zuvor erfolglos gesucht hatte. Geht doch!

Der Stoff ist ein grüner Walkloden (sogar double-face, innen grau, aber davon sieht man jetzt nichts mehr) und ziemlich weich. Da kratzt also nichts, was ja besonders bei Mänteln mit hohem Kragen und Kapuze immer wichtig ist. (Jetzt beim Tragen frage ich mich, ob er nicht vielleicht zu weich ist, mal sehen wie die „Problemzonen“ zwischen Ärmel und Jacke, an denen der Stoff immer aneinander reibt und sich gerne mal Knötchen bilden, demnächst aussehen…)

Der Schnitt war auch relativ schnell gefunden, da durch meine Kriterien — ausgestellter Kurzmantel, Kapuze, Reißverschluss, Taschen, Futter — nicht viel anderes übrig blieb, zumindest ohne große Änderungen am Schnitt zu machen. Ich habe also den Pepernoot-Schnitt von Waffle Patterns als pdf-Schnitt gekauft und gleich fleißig angefangen zu drucken, zu schnippeln und zu kleben – puh. (Irgendwann versuche ich das mal mit dem Plotten auf A0 im Copyshop.)

Angeblich sollte man 3,30m Oberstoff benötigen, aber ich bin auch mit 2,50m klargekommen. Auch beim Futter (2m veranschlagt) war ich sparsamer. Vom Design her habe ich nur die Taschen geändert, da ich generell kein Fan von aufgesetzen Taschen bin, schon gar nicht aus dickem Wollstoff und erst recht nicht in der Hüftgegend. Daher habe ich die Reißverschlusstaschen an die entsprechende Stelle direkt ins Vorderteil eingearbeitet. Das obere Rückenteil habe ich im Bruch zugeschnitten, das fand ich von der Optik her schöner und es änderte nicht viel an der Passform. Außerdem habe ich noch einen dunkelgrünen Paspelstreifen an der vorderen und hinteren Passe, sowie an den Ärmelriegeln eingefügt.

Der Schnitt enthält eigene Teile für das Futter, das fand ich super. Innen sind also die Passen nicht gearbeitet, das macht ja auch Sinn. Ich habe noch eine extra Wärmeschicht eingebaut, ein 0,6cm dickes Volumenvlies zwischen Oberstoff und Futter. Das habe ich wie die Futterteile zugeschnitten und dann einfach beim Zusammennähen von Mantel und Futter zwischengelegt. Der Mantel hät also wirklich richtig schön warm.

Das Futter ist ein bunt bedruckter Baumwollstoff, der das Grün des Oberstoffs aufnimmt. Generell bin ich ja ein Fan von ausgefallenen Futterstoffen. Als Ärmelfutter habe ich normales Taftfutter genommen, damit es flutscht.

Ohne jetzt zu überschwänglich zu werden muss ich die Anleitung mal loben. Das war wirklich die Allerbeste, nach der ich bisher genäht habe. Alles eindeutig erklärt und vor allem mit technischen Zeichnungen bei jedem Schritt. Kein Rätselraten wie bei Burda. 😉

Die Passform hat für mich sehr gur funktioniert, ich habe Größe 40 genommen und lediglich die Ärmel um 5cm verlängert (aber das muss ich überall machen) und an den Seitennähten im oberen Bereich 1cm auf beiden Seiten weggenommen. Die Reißverschlussblende hat unten zwei kleine Druckknöpfe bekommen, damit da nichts absteht. (Das könnte man oben auch noch machen.) An die Futterärmel habe ich noch Jersey-Bündchen genäht, das man von außen nicht sieht, aber den Futterärmel unten schmaler macht, sodass der Wind weniger reinpfeift. Falls ich den Mantel noch mal nähe, würde ich den Kragen bzw. die Kapuze vorn etwas niedriger machen, momentan knautscht sich der Stoff unterm Kinn etwas. Andererseits braucht man so keinen Schal.

Insgesamt bin ich höchst zufrieden mit dem Ergebnis, der Winter kann kommen!

Edit: Mittlerweile gibt es auch einen passenden Schal.

Hier nochmal die Key facts:

  • Stoff:
    • 2,50m Walkloden für den Mantel
    • 1,50m Baumwollstoff als Futter und Taft als Ärmelfutter
    • 1,50m Volumenvlies innen für die Wärme (Dicke 0,6cm)
  • Schnitt: Pepernoot-Schnitt von Waffle Patterns
  • Änderungen:
    • Taschen nicht aufgesetzt sondern direkt im Vorderteil
    • Oberes Rückenteil im Bruch zugeschnitten
    • Paspel an vorderer und hinterer Passe und an den Ärmelriegeln
    • Ärmellänge +5cm
    • Seitennähte bis Hüfte -1cm
    • Druckknöpfe RV-Blende unten
    • Bündchen an Futterärmel

Kategorien: FrauenklamottenNähen

3 Kommentare

Yvonne · 28. Februar 2018 um 21:19

Super schick Und ausreichend kalt ist es ja nun noch geworden ❄️

Muriel · 29. August 2018 um 10:42

Ich bin ein bisschen spät mit meinem Kommentar. Dein Mantel ist super geworden. Die Farbe und der Schnitt und die Paspel …. einfach alles passt super zusammen und sitzt 1a. Ich würde den auch sofort nehmen.
Lieber Gruß, Muriel

    Saskia · 29. August 2018 um 11:01

    Danke! 😉 Ich freue mich tatsächlich jetzt wieder auf die kälteren Tage 😉
    Bin sonst ein fleißiger Hörer deines Podcasts, freue mich auf weitere Episoden!

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