Mit dem Kind zusammen kam die Frage nach passender Kleidung auf, die dem großen, plötzlich und häufig auftretendem Milchhunger der kleinen Raupe Nimmersatt gerecht wird. Gleichzeitig sollte es nicht mehr nach Schwangerschaftsmode aussehen. Von kombinierter Still- und Schwangerschaftsmode gibt es ja viel zu kaufen. Die ist sicherlich praktisch, aber was im 9. Monat passte, mochte ich danach eigentlich nicht mehr anziehen 😉

Im lokalen Umstandsmode-Laden (sic!) erstand ich aus akutem Näh-Zeitmangel zwei Still-Shirts, die gut passten, aber doch ganz schön teuer waren, für „fast“ normale T-Shirts. Hier eines der gekauften Exemplare:

Aber der Bedarf an frischen T-Shirts war deutlich größer als zwei, daher habe ich den Schnitt vom gekauften T-Shirt abgenommen und drei neue Exemplare genäht.

(Pro-Tipp: auf gemusterten Stoffen sieht man Flecken weniger … das violette T-Shirt war daher eigentlich nur in der Wäsche.)

Der Schnitt ist recht einfach: Rückenteil und Ärmel bleiben (überraschenderweise) genau gleich wie bei einem „normalen“ T-Shirt, und das Vorderteil wird in zwei Teile zerlegt. Das obere Teil hört unterhalb der Brust auf; das untere Teil geht bis knapp über den Armausschnitt des T-Shirts.
Ich habe zur Veranschaulichung mal bei burda eine technische Zeichnung geklaut (Schnitt 6820), und die Schnittteile beispielhaft dargestellt:

Wenn man einen gut sitzenden T-Shirt-Schnitt hat, spart man sich sogar das Abpausen, den kann man einfach umfunktionieren.

Beim Nähen ist es am Einfachsten, zuerst die untere Kante des oberen Vorderteils und die obere Kante des unteren Vorderteils umzunähen (oder mit Bündchen-Streifen zu versehen oder anderweitig schick zu machen). Dann die beiden Vorderteile aufeinanderlegen und sie an den überlappenden Kanten (kurzes Stück Armausschnitt und Seitennaht) fixieren, damit dann später nichts mehr verrutscht beim Nähen. Dabei kann man die untere Kante des oberen Vorderteils leicht dehnen (also ein bisschen mehr nach außen ziehen als das untere Vorderteil beim Zusammennähen der Seitennähte), dann liegt diese Kante am fertigen T-Shirt gut an. Dann einfach das restliche T-Shirts ganz „normal“ zusammennähen und losstillen 😉

Als Stoff habe ich bei den beiden gemusterten Shirts recht festen Baumwoll-Jersey verwendet, das einfarbige violette Shirt ist aus Viskose-Jersey, den ich aber nicht empfehlen würde, der war mir beim Tragen eigentlich zu labberig. Für ein Shirt habe ich etwa einen Meter Stoff benötigt.

Im Nachhinein stelle ich fest, dass ich gar keine ausdrücklichen Still-T-Shirt-Trage-Fotos gemacht habe, daher müssen die Zufallsfunde aus der Fotokiste reichen. Hier wird gerade die an der Häkeldecke gearbeitet:

Nochmal zusammenfassend:

  • Stoff: ~ 1m Jersey
  • Schnitt: abgenommen von gekauftem Still-T-Shirt, jeder Basic-T-Shirt-Schnitt eignet sich, wenn man das Vorderteil entsprechend anpasst
  • Änderungen: eventuell die untere Kante des oberen Vorderteils an den Seitennähten etwas enger fassen damit es später gut anliegt.

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